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zum Bundespresseball

Wie ein buntes Kaleidoskop: 67. Bundespresseball im Hotel Adlon Kempinski Berlin

In wenigen Tagen lädt die Bundespressekonferenz zum 67. Bundespresseball am 23. November 2018 in das Berliner Hotel Adlon Kempinski. Diesmal lautet das Motto „Kaleidoskop“ – denn derzeit bilden sich in der deutschen Politik immer wieder neue, teils unvorhergesehene Konstellationen, die stets andere, unerwartete Bilder und Kombinationen entstehen lassen. Auch der Bundespresseball soll diese Vielfalt spiegeln: musikalisch, kulinarisch und optisch. Die Vorbereitungen dafür laufen auf Hochtouren. Der Vorstand der Bundespressekonferenz, das Team des Bundespresseballs, das Personal des Hotels Adlon Kempinski und die zahlreichen Partner des Balles arbeiten Hand in Hand, um 2.300 Gästen einen vielseitigen und unvergesslichen Abend zu bereiten. 

Kurz nach 21.00 Uhr tanzen Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und Sonja Mayntz, die Frau des Vorsitzenden der Bundespressekonferenz, sowie Gregor Mayntz mit Elke Büdenbender, der Ehefrau des Bundespräsidenten, den traditionellen Eröffnungswalzer im Ballsaal. „Nach der Premiere im vergangenen Jahr ist es uns wieder eine besondere Ehre mit dem Bundespräsidenten und seiner Frau den Bundespresseball zu eröffnen“, sagt der Vorsitzende der Bundespressekonferenz Gregor Mayntz. „Gerade in unsicheren Zeiten wie diesen steht die einzigartige Institution der Bundespressekonferenz für Qualitätsjournalismus. Einmal im Jahr freuen wir uns deshalb sehr, mit den Mitgliedern der Bundespressekonferenz und vielen interessanten Multiplikatoren aus Politik, Wirtschaft und Kultur zu feiern.“ 

Zu den Gästen des Abends gehören zahlreiche Minister der Bundesregierung, die Spitze und Mitglieder des Bundestags, Sprecher der Regierung, Verleger, Chefredakteure, Intendanten, Vertreter von Verbänden und aus der Wirtschaft sowie bekannte Schauspieler und Moderatoren. 

„2018 gibt es etwas Neues beim Bundespresseball. Erstmals sorgt die Big Band der Bundeswehr im Ballsaal für die perfekte Tanz- und Klangatmosphäre“, freuen sich Angela Wefers und Tim Szent-Iványi, Geschäftsführer der Bundespresseball GmbH und Mitglieder des Vorstands der Bundespressekonferenz. Musikalisch und auch kulinarisch gibt es viel zu entdecken: von Swing bis Pop, von Austern bis Petit Fours – so wird die Bundespresseballnacht sicherlich wieder rauschend und unvergesslich. 

Preis der Bundespressekonferenz für Gerd-Joachim von Fallois und Erhard Scherfer 

Ein Höhepunkt ist um 21 Uhr die nun schon traditionelle Verleihung des Preises der Bundespressekonferenz. Mit dieser Auszeichnung werden in diesem Jahr erstmals zwei Fernsehmacher geehrt: Gerd-Joachim von Fallois und Erhard Scherfer vom Fernsehsender Phoenix. 

„Die beiden Hauptstadt-Korrespondenten begleiteten im vergangenen Herbst die Bemühungen um eine Regierungsbildung praktisch rund um die Uhr. Sie haben eindrucks-voll gezeigt, wie aktueller, informativer und seriöser Journalismus funktioniert. Ihre präzisen Einordnungen an den vielen langen Tagen und Nächten waren für die Zuschauer eine verlässliche Informationsquelle“, begründete Gregor Mayntz die Ehrung. „Gerd-Joachim von Fallois und Erhard Scherfer sind feste Größen in der politischen Berichterstattung. Sie beherrschen das Metier Fernsehen, das es aufgrund der zeitlichen Einschränkung oftmals erfordert, aktuelle Vorgänge innerhalb kürzester Zeit auf den Punkt zu bringen“, betont er. 

Von Fallois volontierte beim NDR, studierte Politik in Bonn und arbeitete viele Jahre für n-tv in Bonn. Seit 2002 ist er für Phoenix in Berlin. Scherfer studierte in Münster Publizistik, Anglistik und Politikwissenschaften und volontierte bei der Westfälischen Rundschau, bei der er auch als Nachrichtenredakteur tätig war. Im Anschluss arbeitete er bei Vox, WDR, Sat1 und Phoenix. 2011 wurde er Phoenix-Korrespondent in Berlin. 

Der Preis der Bundespressekonferenz wird seit 2014 vergeben. Erster Preisträger war Reuters-Korrespondent Gernot Heller, im vergangenen Jahr wurde die Kanzleramts-Korrespondentin Kristina Dunz (zunächst dpa, heute Rheinische Post) geehrt. 

Die Partner des 67. Bundespresseballs 

Erneut konnten zahlreiche Unternehmen als Partner des Bundespresseballs gewonnen werden: Die Daimler AG mit der Marke Mercedes-Benz unterstützt den Bundespresseball auch in diesem Jahr als Platin Partner. BNP Paribas Gruppe Deutschland und DocMorris N.V. sind Gold Partner des Balls. Die Silber Partner 2018 sind: Die Deutsche Automatenwirtschaft, Deutsche Post AG, eMotivo, Facebook Deutschland, Fleurop AG, Gmund Papier, Hotel Adlon Kempinski Berlin, McDonald’s Deutschland LLC mit der Marke McCafé, Metro AG und die Spielbank Berlin. 

Unterstützer sind dieses Jahr: APA Werbemittel, BraufactuM, der Deutsche Brauer-Bund mit der Präventionskampagne „Bier bewusst genießen“, Spirituosenhersteller Diageo Germany GmbH, Fachingen Heil- und Mineralbrunnen, fritz-kulturgüter GmbH, Rotkäppchen-Mumm Sektkellereien GmbH mit der Marke Geldermann, HALM – Trinkhalme aus Glas, Juwelier Leicht, Reemtsma Cigarettenfabriken, Sawade Berlin, Studio Freese, Champagne POMMERY, Pfalzwein e.V. sowie Thomas Henry und Voelkel. 

Als Medienpartner werden die Deutsche Welle sowie der Tagesspiegel und das Handelsblatt den diesjährigen Bundespresseball begleiten. „Wieder konnten wir starke und überzeugende Unternehmen für den Ball gewinnen, die ganz wesentlich zum Erfolg des Abends beitragen“, erklärten die beiden Geschäftsführer der Bundespresseball GmbH, Angela Wefers und Tim Szent-Iványi. „Ohne die Unterstützung durch unsere namhaften Partner wäre dieser Ballabend nicht möglich. Wir danken allen, die mit dafür Sorge tragen, dass der Bundespresseball zum alljährlichen Highlight wird“, betonten sie. 

Das Programm des 67. Bundespresseballs 

Der 67. Bundespresseball wird zum vierten Mal im traditionsreichen Hotel Adlon Kempinski gefeiert. „Das Motto Kaleidoskop hat unser Team vom Hotel Adlon Kempinski dieses Jahr besonders kreativ werden lassen: Unerwartete Geschmackserlebnisse gepaart mit einer farbenfrohen, edlen Dekoration in einem eleganten Ambiente. Mein Team und ich freuen uns gemeinsam mit der Bundespressekonferenz auf einen besonderen Abend mit kulinarischen Höhenflügen, Tanz und anregenden Gesprächen in unserem Haus“, sagt Matthias Al-Amiry, Geschäftsführender Direktor des Hotel Adlon Kempinski. 

Im Ballsaal erwartet die Ballgäste die Swingformation der Big Band der Bundeswehr unter Leitung von Timor Oliver Chadik, die auch den Eröffnungswalzer musikalisch begleiten wird. 

Vor dem Palaissaal und im Foyer des Hotels wird es musikalisch vielfältig: die Star-DJs Chris Bekker und Josephin Thomas sowie das moderne Rat-Pack von Vintage Vegas unterhalten abwechselnd über den Abend bis spät in die Nacht. 3 

Das Gitarren-Duo Erik und Markus in der Sra Bua Bar ist seit über 10 Jahren mit seinem mitreißenden, handgemachten und tanzbaren Repertoire fester Bestandteil des Balls. 

Perfekt zum Motto des Balls passt die Band „Kaleidoskop der Musik“, die in der Bel Étage mit einem vielfältigen Programm von Klassik über Swing und Pop bis hin zu Jazz für Unterhaltung sorgt. 

Zur After-Show-Party im Ballsall unterhalten die beliebte Coverband Birddogs feat. Francisca Urio und DJ Fox, einer der meistgebuchten Party-DJs in Berlin. 

Der Einlass zum Bundespresseball beginnt für die Dinnergäste am 23. November 2018 um 18 Uhr. Die Flaniergäste sind ab 19 Uhr willkommen. 

Unter www.bundespresseball.de/pressebilder.zip steht allen berichterstattenden Medienvertretern eine Auswahl hochauflösender Pressebilder zum Download zur Verfügung. Sie können mit dem Hinweis „Quelle: Bundespresseball“ honorarfrei verwendet werden. 

Über den Bundespresseball 

Am 2. Februar 1951 feierten einige hundert Gäste in der noch jungen Bundeshauptstadt Bonn das „Presse- und Funkfest“. Es gilt als Geburtsstunde des Bundespresseballs. Seit 67 Jahren lädt die Bundespressekonferenz einmal im Jahr zu einer Ballnacht, um mit denjenigen zu feiern, die tagtäglich im Fokus der Parlamentsjournalisten stehen. Getanzt wird seit dem Regierungsumzug 1999 in Berlin und hier nach dem Flughafen Tempelhof zum vierten Mal im Hotel Adlon Kempinski. Weitere Informationen finden Sie unter: www.bundespresseball.de 

Über die Bundespressekonferenz (BPK) 

Zweck des eingetragenen Vereins ist es, Pressekonferenzen mit maßgeblichen Personen aus Politik, Wirtschaft und Kultur zu veranstalten. Die Bundespressekonferenz wurde 1949 gegründet. Derzeit gehören ihr mehr als 900 Parlamentskorrespondenten an. Die Bundespressekonferenz hat ihren Sitz in Berlin und eine Außenstelle in Bonn. Sie finanziert sich über Mitgliedsbeiträge. Die BPK ist zudem alleiniger Gesellschafter der Bundespresseball GmbH. Sie organisiert den jährlichen Bundespresseball. Weitere Informationen finden Sie unter: www.bundespressekonferenz.de. 

Pressekontakt 

Karola Erbstößer-Chekredjioski 

Bundespresseball GmbH 

Pressehaus · Büro 0411 

Schiffbauerdamm 40 

10117 Berlin 

Fon 030 226096-21 

Fax 030 226096-29 

Geschäftsführung: Tim Szent-Iványi | Angela Wefers 

Gesellschafter: Bundespressekonferenz e.V. 

Berlin, 21. November 2018

Einladung: Die Pressekonferenz anlässlich des 67. Bundespresseballs findet am 21. November 2018 um 11 Uhr im Hotel Adlon Kempinski statt.

Liebe Kolleginnen und Kollegen, 

wir laden Sie herzlich ein zur traditionellen Pressekonferenz vor dem Bundespresseball 

am Mittwoch, 21. November 2018, um 11 Uhr 

im Lorenz Adlon Esszimmer des Hotels Adlon Kempinski, Unter den Linden 77, 10117 Berlin 

Wir möchten Sie auf den diesjährigen Bundespresseball einstimmen, dazu stehen Ihnen als Gesprächspartner zur Verfügung: 

Dr. Gregor Mayntz, Vorsitzender der Bundespressekonferenz (BPK) 

Angela Wefers, Mitglied des Vorstands der BPK und Geschäftsführung Bundespresseball GmbH 

Matthias Al-Amiry, Geschäftsführender Direktor Adlon Kempinski 

Hendrik Otto, Küchenchef Lorenz Adlon Esszimmer 

Philipp Pögl, Food & Beverage Direktor Adlon Kempinski 

Stephan Eberhard, Executive Sous Chef Adlon Kempinski 

Wenn Sie teilnehmen möchten, bitten wir bis zum 19. November um Anmeldung per Mail an 

Karola Erbstößer-Chekredjioski unter der Adresse erbstoesser@bundespresseball.de. 

Berichterstattung vom Bundespresseball ist nur mit vorheriger Akkreditierung möglich. Bitte melden Sie sich bis 14. November unter der Adresse erbstoesser@bundespresseball.de. 

Arbeitskarten berechnen wir mit 88 Euro. 

Mit freundlichem Gruß 

Angela Wefers und Tim Szent-Iványi 

Geschäftsführung Bundespresseball GmbH 

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Fax 030 226096-29

Geschäftsführung: Tim Szent-Iványi | Angela Wefers
Gesellschafter: Bundespressekonferenz e.V.

Berlin, 12. November 2018

Preis der Bundespressekonferenz 2018 geht an Gerd-Joachim  von  Fallois und Erhard  Scherfer vom Fernsehsender Phoenix

Bereits zum fünften Mal wird im Rahmen des Balls im November der Preis der Bundespressekonferenz verliehen. Mit der Auszeichnung werden in diesem Jahr die TV- Journalisten Gerd-Joachim von Fallois und Erhard Scherfer geehrt.

Der Preis geht in diesem Jahr erstmals an zwei Mitglieder. „Die Phoenix-Korrespondenten Gerd-Joachim von Fallois und Erhard Scherfer begleiteten im vergangenen Herbst die Bemühungen um eine Regierungsbildung praktisch rund um die Uhr. Sie haben eindrucksvoll gezeigt, wie aktueller, informativer und seriöser Journalismus funktioniert. Ihre präzisen Einordnungen an den vielen langen Tagen und Nächten waren für die Zuschauer eine verlässliche Informationsquelle“, sagte der Vorsitzende der Bundespressekonferenz, Gregor Mayntz. „Gerd-Joachim von Fallois und Erhard Scherfer sind feste Größen in der politischen Berichterstattung. Sie beherrschen das Metier Fernsehen, das es aufgrund der zeitlichen Einschränkung oftmals erfordert, aktuelle Vorgänge innerhalb kürzester Zeit auf den Punkt zu bringen“, betonte er.

Von Fallois volontierte beim NDR, studierte Politik in Bonn und arbeitete viele Jahre für n-tv in Bonn. Seit 2002 ist er für Phoenix in Berlin.

Scherfer studierte in Münster Publizistik, Anglistik und Politikwissenschaften und volontierte bei der Westfälischen Rundschau, bei der er auch als Nachrichtenredakteur tätig war. Im Anschluss arbeitete er bei Vox, WDR, Sat1 und Phoenix. 2011 wurde er Phoenix-Korrespondent in Berlin.

Der Preis der Bundespressekonferenz wird seit 2014 vergeben. Erster Preisträger war Reuters-Korrespondent Gernot Heller, im vergangenen Jahr wurde die Kanzleramts-Korrespondentin Kristina Dunz geehrt.

Berlin, 30. August 2018

Die Bundespressekonferenz lädt am 23. November  2018 zum diesjährigen Bundespresseball. Der nunmehr 67. Ball der Hauptstadtjournalisten, der nach einer langwierigen Regierungsbildung unter dem Motto „Kaleidoskop“ steht, wird erneut im Hotel Adlon Kempinski am Pariser Platz in Berlin gefeiert. Eröffnet wird der Ball von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier .

„Das Hotel Adlon Kempinski hat sich in den vergangenen Jahren immer wieder aufs Neue als würdiges Domizil für den Bundespresseball erwiesen. Auch in diesem Jahr wird der Bundespresseball mit seinen 2300 Gästen aus Politik, Medien, Kultur und Wirtschaft zum Höhepunkt der Ballsaison.  Wir freuen uns, dass wir gemeinsam mit dem Management des Hotels eine Tradition begründen konnten“, sagten Angela Wefers und Tim Szent-Iványi, Geschäftsführer der Bundespresseball GmbH und Mitglieder des Vorstands der Bundespressekonferenz. Die Gäste können in der Ballnacht nach Herzenslust schlemmen, in den Sälen des Adlon Über­raschendes entdecken und bis zum Morgengrauen tanzen. Für die Übernachtung am Ball­wochenende gewährt das Adlon Kempinski den Gästen Sonderkonditionen.

Die Leitung des Hotels Adlon Kempinski hatte schon frühzeitig ihr Interesse daran bekundet, die bewährte Zusammenarbeit mit der Bundespressekonferenz fortzusetzen. „Das Adlon Kempinski und der Bundespresseball passen ideal zusammen. Es ist uns eine Freude, die Gäste und Partner des Bundespresseballs erneut in unserem Haus am Pariser Platz begrüßen zu dürfen”, sagte Matthias Al-Amiry, Geschäftsführender Direktor des Hotel Adlon Kempinski. Der Bundespresseball war erstmals 2015 im Adlon Kempinski gefeiert worden.

Berlin, 13. März 2018

Pressespiegel
27. November 2018
Austern und Currywurst – so feiert die Polit- und Medienprominenz beim 67. Bundespresseball

Der deutsche Auslandssender Deutsche Welle ist Medienpartner beim 67. Bundespresseball am 23. November 2018 im Berliner Hotel Adlon Kempinski und hat in einer Sondersendung über das wichtigste gesellschaftliche Ereignis in der deutschen Hauptstadt berichtet.

Das Feature zum Bundespresseball können Sie sich unter folgenden Links anschauen:

Deutsch und
Englisch

Die weitere Berichterstattung der Deutschen Welle finden Sie hier:

Deutsch und Englisch

30.11.2017 Bunte, S. 20-24, Autoren: Katrin Sachse / Daniel Funke; Fotos: Paul Schirnhofer (BUNTE (10)); Gisela Schober (Getty Images (5)); Michael Tinnefeld (API); Daniel Hinz (API (5)); DPA Bildfunk; Neugebauer (Brauer Photos)
Der ERSTE WALZER des Präsidenten

ZUM BUNDESPRESSEBALL im Berliner Luxushotel "Adlon" trafen sich die Spitzen aus Politik, Wirtschaft, Medien und Society zu einem gesellschaftlichen Großereignis. BUNTE war dabei

Für Frank-Walter Steinmeier war dies zweifellos die wichtigste und vermutlich auch aufregendste Woche seiner bisherigen Amtszeit: Nachdem die FDP die Verhandlungen um die Jamaika-Koalition platzen ließ, musste der Bundespräsident erstmals mit der Macht seines Amtes agieren und die Parteien zur Bildung einer Regierung aufrufen. Und dann, am Ende dieser Tortur als Mahner und Schlichter, stand der erste öffentliche Präsidentenwalzer auf dem Programm – für einen Mann, der offensichtlich nicht der leidenschaftlichste Tänzer unter der Sonne ist, sicher eine Herausforderung, die sogar präsidiale Nerven strapazieren kann.

Doch das Staatsoberhaupt meisterte seinen Auftritt beim Bundespresseball im Berliner Hotel „Adlon“ in zurückhaltender Gentleman-Manier. First Lady Elke Büdenbender dagegen schien den Tanz bei der musikalischen Frage „Que Sera, Sera“ regelrecht zu genießen. Unbeirrt vom Blitzlichtgewitter strahlte sie in den Armen ihres Mannes. „Whatever will be, will be“ spielte die Band und das First Couple drehte sich galant auf dem Tanzparkett – der Bundespräsident sorgsam darauf bedacht, seine auf Hochglanz polierten Lackschuhe perfekt zwischen den silberglänzenden High Heels seiner First Lady zu platzieren.

Was wird sein? Diese Frage schmetterte ein ganzer Fragerchor den Politikern entgegen. Schon beim Defilee mussten die erschöpften Verhandler wieder die üblichen Fragen beantworten. Und dabei wollten sie nur feiern — so wie 2300 Ballgaste, die für diese Nacht ihre elegantesten Roben, den edelsten Schmuck beziehungsweise Smoking oder manche Herren sogar Frack angelegt hatten. Der Bundespresseball ist ein gesellschaftliches Großereignis — und natürlich eine Börse für Kontakte, Neuigkeiten und Klatsch.

So bestätigte die Nacht das heißeste Gerücht: Bundestagsvizepräsident Hans-Peter Friedrich (CSU) flanierte mit neuer, 23 Jahre jüngerer Frau an seiner Seite über den Ball. Etwas ungelenk stellte er Diana Troglauer vor als ,,eine tolle CSU-Politikerin, mehr möchte ich dazu nichtsagen”. Musste er auch nicht, denn der Ex-Innenminister schwebte mit nahezu entrücktem Lächeln durch die Hallen. Die Angebetete sei schon seit Monaten seine Freundin, so das Ballgeflüster. Die Zollbeamtin ist Vorsitzende der CSU-Frauenunion in Wunsiedel und verheiratet, so wie auch der Ex-Minister. Beide, so wissen Insider, haben sich von ihren Ehepartnern getrennt, um füreinander frei zu sein.

Wer dagegen der junge, etwas schüchtern wirkende Mann an der Seite von Grünen-Chefin Katrin Göring-Eckhardt war, klärte sich schnell auf: Sohn Johannes, der seine Mutter, „richtig stolz” machte mit seinen Begleiter-Qualitäten. Selbstbewusst führte er Frau Mama aufs Tanzparkett und erprobte die vermutlich frisch im Tanzkurs erlernten Schritte. Überhaupt, getanzt wurde extrem ausdauernd, wild und nahezu therapeutisch: Gesundheitsminister Hermann Gröhe und seine Frau Heidi Oldenkott-Gröhe rockten wie Teenager zu ,,I’m So Excited”. Wolfgang Kubicki, der vermutlich die meisten Warum-Fragen gestellt bekam, ließ seinen Emotionen freien Lauf und fühlte sich dabei ,,pudelwohl’ wie er BUNTE versicherte. Als der FDP-Politiker ermüdete, tanzte Annette Marberth-Kubicki allein weiter. Auch Pia Maria Castro gönnte ihrem Mann Cem Özdemir kaum Pausen, obwohl der Grünen-Chef am nächsten Tag wieder fit sein musste für den Bundesparteitag. Nach Wochen ergebnisloser Verhandlungen mag eine Nacht, in der man rhythmisch alle Aggressionen abschütteln kann, der Seele richtig guttun. Die Quälerei der Politik jedenfalls schien schon nach den ersten Gläsern Wein vergessen. „Whatever will be, will be”… tanzen, lachen, trinken und den Moment genießen. Bis zum Berliner Morgengrauen.

27.11.2017 Donaukurier; Autor: Andreas Rabenstein; Fotos: Carstensen / Hirschberger (dpa)
Tanzen statt sondieren

Politiker, Journalisten und Schauspieler kommen beim Bundespresseball zusammen

Der derzeit wichtigste Mann im Staat erscheint leicht verspätet. Um 18.46 Uhr, 6 Minuten hinter dem Zeitplan, betritt Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier am Freitagabend zusammen mit seiner Frau Elke Büdenbender das Berliner Luxushotel Adlon am Brandenburger Tor. Es ist sein erster Bundespresseball als Staatsoberhaupt. Und das in politisch turbulenten Zeiten einer Regierungsbildung, die zunächst gescheitert ist und von Steinmeier nun in eine neue Richtung gelenkt werden soll. Denn politische Themen sind bei Bundespresseballen oft gerade nicht wirklich aktuell. In diesem Jahr ist das etwas anders: Wer demnächst regiert, ist offen. Der Bundespräsident zeigt sich vorn Trubel im Adlon und den politischen Querelen wenig beeindruckt. Ein Wangenkuss für die Schauspielerin Jasmin Tabatabai vor der Fotowand der Sponsoren,

dann lotsen ihn die Leibwächter an den Mikrofonen vorbei Richtung Dinnersaal. Unterwegs großes Hallo mit den journalistischen Fernsehgrößen von ARD und ZDF, Ulrich Deppendorf und Peter Frey. Im Saal am Bundespräsidententisch schließlich entspanntes Herumumstehen, linke Hand in der Hosentasche, Champagnerglas in der rechten. Das Einzige, das die wartenden Journalisten hören, ist ab und zu ein lautes Steinmeier-Lachen. Kein Wort zum gescheiterten Jamaika-Bündnis, kein Wort zu seiner indirekten Aufforderung an die SPD, ihre GroKo-Weigerung aufzugeben. Das sonst beim Bundespresseball obligatorische Interview mit dem Lokalsender RBB fällt aus. Keine Politik — so die Botschaft des Bundespräsidenten an diesem Abend. Ganz anders der Rest der Politik- und Medienszene Berlins.

Selten war das Politische so sehr Thema bei den Presseball-Interviews und -gesprächen mit dem erschienenen Führungspersonal der Republik. SPD-Generalsekretär Hubertus Heil sagt vor allem:,,Es gilt jetzt die Dinge zu sortieren.” SPD-Wirtschaftsministerin Brigitte Zypries 1st mitteilsamer. ,,Jetzt wird erstmal gefeiert und dann warten wir, was Frau Merkel einfallt.” Entscheidend seien die Angebote. „Reden ist immer gut. Alles andere bringt einen nirgends weiter”, betont Zypries. Die derzeitige Entwicklung zu Gesprächen mit Steinmeier und der CDU/CSU sei ,,ganz in meinem Sinn, gibt sie zu. Die Grünen, gedanklich gerade wieder in der Opposition angekommen, schieben den Frust beiseite. „Das tut uns nach den vier Wochen im Tunnel mal ganz gut, nicht nur Leute aus den Sondierungsgruppen zu sehen”, sagt der Parteivorsitzende Cem Özdemir. Bundestags-Vizepräsidentin Claudia Roth (Grüne), in einem weinroten Glitterkleid, sagt: Man muss wieder mal zu sich finden.” Tanzen müsse sie jetzt mit den Sondierungspartnern nicht auch noch.

Wolfgang Kubicki von der Buhmann-Partei FDP gibt sich pragmatisch: „Ich gehe davon aus, dass die Sozialdemokraten nach einer Überlegensphase von 14 Tagen auf ihrem Parteitag zustimmen wer den, dass Koalitionsverhandlungen aufgenommen werden. Bei der Gemengelage, die wir gerade haben, ist das auch gut so.“

Als FDP-Freund outet sich Modemacher Guido Maria Kretschmer, der ganz offen trauert. Schauspielerin Uschi Glas sieht dafür ganz Europa wegen der unklaren Situation verunsichert und setzt ihre Hoffnung auf Angela Merkel. „Ich bin ein großer Fan von ihr.” Feiern statt debattieren wollen die Führungsfrauen der Linken, Katja Kipping und Caren Lay, die eben so wie Schauspielerin Tabatabai ein schwarzes, durchsichtiges Spitzen Oberteil trägt. Überhaupt konzentriert sich das journalistische, politische und künstlerische Personal im Laufe der Nacht immer mehr auf Bars und Tanzflächen.

Die Grünen-Fraktionsvorsitzen de Katrin Göring-Eckardt tanzt ausgelassen mit ihrem Sohn. Hubertus Hell wartet in der Schlange am Antipasti-Büfett, Moderatorin Caren Miosga thront in der Austern- und Champagnerlounge auf einem Barhocker, und Kubicki telefoniert um Mitternacht unbeeindruckt im Trubel zwischen Tanzsaal und Adlon-Foyer. Besonders feierfreudig zeigt sich der Linken-Fraktionschef Dietmar Bartsch, der noch gegen drei Uhr in der Früh zur beeindruckend leidenschaftlichen Band Lounge Society tanzt.

Kanzlerin Angela Merkel und der SPD-Vorsitzende Martin Schulz fehlen unter den mehr als 2000 geladenen Gästen. Abwesend ist trotz Einladung auch die AfD. Offenbar will man sich nicht unmittelbar nach dem Einzug in den Bundestag champagnertrinkend mit den etablierten Parteien und der verhassten Presse blicken lassen.

26.11.2017 Der Tagesspiegel, S. 11, Autorin: Elisabeth Binder; Fotos: Thilo Rückeis
Ein Tanz mit frischen Worten

Bundespresseball mischt Politiker und Prominente

Sind Tatort-Kommissare und Designer eher bunte Tupfer oder doch schon dringend benötigte Mahner? Die Organisatoren waren zu Recht stolz darauf, dass sie den 66. Bundespresseball noch ein bisschen weiter geöffnet hatten für Prominente, die ihre Karriere nicht mit politischen Schachzügen und den dazu passenden Leitartikeln gemacht haben, sondern beispielsweise mit unvergesslichen Fernsehabenden oder schönen Kleidern. In den Nullerjahren fühlte sich die politische Klasse unter sich noch bestens aufgehoben. Spätestens seit den letzten US-Wahlen und den AfD-Erfolgen ist man auch hier problembewusster geworden, was die Gefahren des Auseinanderdriftens der Gesellschaft betrifft. Da kommen die oft erfrischenden Kommentare der Nicht-Politiker, wenn sie etwa mehr Zusammenhalt fordern, gerade recht, um einen Ball richtig abzurunden, gerade in Zeiten wie diesen.

„An Tagen wie diesen“, das war einer der Ohrwürmer, die das Hotel Adlon in der Nacht zum Samstag ins Schwingen brachten. Das edel verschachtelte Ambiente mit vielen kleinen Räumen hat zwar den Nachteil, dass man leicht den Überblick verliert, aber auch den Vorzug, dass sich hochwertige Roben elegant inszenieren lassen. Von den diskreten Gesprächen nicht zu reden. Als Wolfgang Kubicki spät am Abend auf Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier stieß, schien das Thema Hemdenbügeln endlich durch zu sein, wenngleich niemand offensichtlich spitze Ohren machte. Die Anstrengungen der vergangenen Wochen hatten nicht nur den Politikern Lust auf einen unbeschwerten Abend gemacht, sondern auch den Journalisten.

Der präsidiale Rundgang, der rituell dem Dinner und anschließendem Eröffnungstanz folgt, hat immer auch etwas Symbolhaftes. So fiel auf, dass Frank-Walter Steinmeier, zum ersten Mal in seiner Funktion als Bundespräsident dabei, sich viel Zeit für Gespräche nahm, nicht nur mit den aktuell gerade offensichtlich Wichtigen, sondern mit Gästen aus ganz unterschiedlichen Sphären. Seine Frau Elke Büdenbender beeindruckte durch ihre fröhlich zupackende Art, zum Beispiel den Künstler Steffen Seeger, dem sie bei der Fertigung eines Reiterbildes aus Dübeln mal eben assistierte, indem sie selber zum Hammer griff.

Nicht nur Fußballlieder brachten Stimmung in den Ball. Große Stars, wie einst Udo Jürgens mit seiner hoffentlich visionären Zeile „Mit 66 Jahren, da fängt das Leben an…“, sind gut zu haben, aber nur sinnvoll, wenn sie wirklich von diesem Kaliber sind. Ansonsten tanzte es sich auch so gut und beschwingt in die beim Eröffnungstanz beschworene „Whatever will be…“-Zukunft.

Ein paar Geheimnisse bleiben. Warum 2300 Gäste, die beim All-Inclusive-Ball stundenlang exquisite Köstlichkeiten naschen könnten, zu Beginn geduldig Schlange stehen für die 3000 Austern und sich dann um Mitternacht auf die Currywürste stürzen, als hätten sie eine wochenlange Fastenkur absolviert, verlangt wohl nach weiterer Recherche. Beim 67. Ball werden dann – vielleicht – alle schlauer sein.

 

25. 11. 2017 Berliner Zeitung, S. 13, Autor: Andreas Kurtz; Fotos: Christian Schulz
Die Lochis sind Schuld

CLAUDIA ROTH war wild entschlossen, sich nach anstrengenden Wochen in der „Mehrgenerationen-Sondierungs-Wohngemeinschaft“ mit einem schönen Bundespresseballabend zu belohnen. Die Bundestagsvizepräsidentin von den Grünen lobte am Freitagabend im Gewimmel der mehr als 2000 Gäste im Adlon die Idee, unter die die Ballorganisatoren von der Bundespressekonferenz den Abend gestellt hatten: „Perspektivwechsel ist ein wunderbares Motto!“

DIETMAR BARTSCH, Chef der Links-Fraktion im Bundestag, tanzt gern und kommt deshalb alle Jahre wieder bestens gelaunt zum Ball. Und mit dem Willen zur Entspannung: „Ich möchte auf dem Bundespresseball komplett vom Politikbetrieb abschalten. No politics, nach Churchill- Wer heute das Wort Neuwahlen sagt, ist bei mir sofort raus.“

BRIGITTE ZYPRIES wollte ebenfalls am liebsten diesen einen Abend lang von politischen Diskussionen verschont bleiben. Die amtierende Bundeswirtschaftsministerin: „Jetzt wird erst mal gefeiert und dann warten wir ab, was Frau Merkel einfällt.“

WOLFGANG KUBICKI hat eventuell Probleme mit den Ohren, worauf eine Nachfrage bei seiner Frau hindeutete, die gerade mit Modedesigner Guido Maria Kretschmer im Gespräch war. Kubicki vergewisserte sich: „Du willst ein Kind von ihm?!“ Und wurde von seiner Frau korrigiert: „Ein Kleid!“ Für Kretschmer war es der zweite Bundespresseball. Bei politischen Diskussionen im Ballgetümmel bezog er Stellung: „Mal ganz unabhängig von Parteizugehörigkeiten finde ich schon, dass Politiker eine Pflicht haben, die notwendigen Kompromisse zu finden. Da sitzen schließlich Nazis im Parlament.“

DEVID STRIESOW wurde an einem Tisch mit dem Berliner Polizei-Präsidenten Klaus Kandt platziert und rechnete mit kollegialen Gesprächen („So von Kommissar zu Kommissar.“) Der Schauspieler freute sich auf den Ballabend: „Ich komme direkt von einem Theatergastspiel.“ Mit Lust auf politische Gespräche? – „Überhaupt nicht!“ Ihm Stand der Sinn nach Tanzen: „Ich bin berühmt für meinen Hüftschwung.“

MIROSLAV NEMEC, der Münchner „Tatort“-Kommissar, freute sich: „Einladungen zum Bundespresseball hatten wir schon öfter, aber eigentlich drehen wir im November immer. Diesmal hat es geklappt.“ Und bestens platziert waren der Schauspieler und seine Frau Katrin auch: „Wir dürfen beim Essen am Tisch von Herrn Steinmeier sitzen.“ Der Bundespräsident könnte in diesen Tagen zu Fragen, die jeden interessieren, Spannendes sagen. Nemec ahnt, dass allzu aufdringliches Interesse den ersten Mann im Staate in die Bredouille bringen könnte. Und wollte sich zurückhalten: „Ich werde versuchen ihn nicht darauf anzusprechen.“

HEIKO & ROMAN LOCHMANN, die Lochi-Brüder aus dem Internet. fanden ihren ersten Bundespresseball aufregend. Roman: „Hier sind so viele wichtige Persönlichkeiten.“ Die Ereignisse in der Bundespolitik verfolgen die Zwillinge interessiert: „Wir sind 18 Jahre alt und durften dieses Jahr zum ersten Mal wählen, was wir natürlich auch gemacht haben.“ –Womit wir die Schuldigen gefunden hätten. Kaum gehen die Lochis zur Wahl, schon geht in Berlin alles drunter und drüber!

KRISTINA DUNZ bekam den Preis der Bundespressekonferenz verliehen, der traditionell vor dem Eröffnungstanz des Bundespräsidenten im Adlon-Ballsaal überreicht wird. Gregor Mayntz. der Vorsitzende der Bundespressekonferenz und damit Gastgeber des Balls, begründet die Auszeichnung der Korrespondentin, die US-Präsident Donald Trump bei dessen gemeinsamer Pressekonferenz mit Angela Merkel aus der Reserve gelockt hatte: „ Kristina Dunz erhält den Preis nicht nur für ihre kritischen Fragen in Washington, ihre journalistisch sorgfältige Arbeit  in Berlin und im Alltag der Bundespressekonferenz, sondern auch als Zeichen der Solidarität mit den vielen Journalisten in immer mehr Ländern, in denen die Politiker Journalisten ausgrenzen, ausschalten und diffamieren, statt sich einfach ihren Fragen zu stellen.“ Die Preisträgerin erinnerte in ihrer kurzen Dankesrede an inhaftierte Kollegen wie Deniz Yücel.

25.11.2017 Berliner Kurier, S. 17, Autor: Karim Mahmoud; Fotos: dpa
Die GroKo der Tanzbeine

Voriges Jahr durfte Joachim Gauck antanzen, dieses Mal ist Frank-Walter Steinmeier als Bundespräsident am Zug

Wer lässt schon einen Bundespräsidenten antanzen? Das gehört sich doch nicht. Die Bundespressekonferenz sieht das naturgemäß anders. Sie ließ auch gestern wieder antanzen. Nicht Joachim Gauck. Ein Neuer durfte ran: Frank-Walter Steinmeier. Er eröffnete um Punkt 21.13 Uhr im wiegenden Walzerschritt das gesellschaftliche Highlight des Jahres. Im legendären Adlon, dem Hotel mit Präsidentensuite. Der Bundespresseball ging dort bereits zum dritten Mal über die Bühne. 2300 geladene Gäste waren dabei. Alles handverlesen, versteht sich. Das Motto der 66. Auflage lautete ,,Perspektiven”.

Eine interessante Perspektive nahm Claudia Roth von den Grünen ein. Die Grünen sind nach dem Platzen von ,,Jamaika” zurzeit ja eher auf dem Nostalgietrip („Vor vier Wochen war die Welt noch in Ordnung”). Roth gedachte ihres ersten Presseball-Auftritts in den Achtzigern:,, Ich war mit einer Frau gekommen, einer guten Freundin und Kollegin. Die Reaktionen am Tisch reichten von leisem Tuscheln über lautes Schweigen …“ Zum Glück ist das heute anders, entspannter.

Unter den Gästen auch Bundesminister Hermann Gröhe (Gesundheit/CDU).  Er sagte mit Blick auf die geplatzten Jamaika-Gespräche:,, Beim Bundespresseball verlässt niemand vorzeitig den Saal.” Auch Finanz-Staatssekretär Jens Spahn (CDU) hatte ein Ticket, ebenso die Parteichefs Katja Kipping (Linke) und Cem Özdemir (Grüne), dazu die Grünen-Fraktionsvorsitzende Katrin Göring-Eckardt und Bundestags-Vize Wolfgang Kubicki (FDP). Außerdem kamen Henry Hübchen, Guido Maria Kretschmer, Jette Joop und Tatort-Kommissar Miroslav

Nemec. Er durfte am Tisch des Bundespräsidenten sitzen. Die Kanzlerin kommt traditionell nicht. Und SPD-Chef Martin Schulz wurde ebenfalls nicht gesehen. Extrahäppchen gab´s für 300 Ehrengäste und Besucher mit Teuer-Karten. Sie durften sich über einen früheren Einlass und ein üppiges Galadinner freuen — mit Kürbissuppe, Rinderfilet und geschmorten Aprikosen. Flaniergäste hatten 14 Food-Stationen zur Auswahl.

25.11.2017 Der Tagesspiegel, S. 15, Autorin: Elisabeth Binder; Fotos: Thilo Rückeis / Mike Wolff / Karl Uwe Heinrich
Gespräche im Dreivierteltakt

Pause vom Ernst der Lage beim 66. Bundespresseball: Auch in Krisenzeiten darf getanzt werden

Wer die Perspektive wechselt, könnte ja auch einfach mal abschalten, also dem Thema Politik mit Abstinenz begegnen. „Dazu sind die Zeiten viel zu unruhig, viel zu besorgniserregend“, befand Schauspielerin Uschi Glas. Sie rechnete fest damit, im Laufe des 66. Bundespresseballs, der in der Nacht zu Samstag mit 2300 Gästen im Hotel Adlon gefeiert wurde, in politische Diskussionen zu geraten. „Perspektivenwechsel“ lautete das Motto des Balls.

Ganz anders interpretierte das der Vizepräsident des Deutschen Bundestages, Wolfgang Kubicki (FDP). Die Grüne Katrin Göring-Eckard und er seien sich zwar nicht inhaltlich-politisch, aber menschlich näher gekommen in den letzten Wochen. Sie habe ihm gesagt, auf ihrer Tanzkarte sei noch Platz für ihn. Sein frisches Hemd hatte Ehefrau Annette Marberth-Kubicki mit nach Berlin gebracht, aber nicht gebügelt. „Ich kann gar nicht so gut bügeln.“

„Die Menschen in Europa schauen jetzt auf uns“, sagte Designer Guido Maria Kretschmer, der sich auch als politischen Menschen sieht und als solcher sehr über das Jamaika-Aus enttäuscht war: „Jeder Mensch geht jeden Tag Kompromisse ein.“ Für den Vorsitzenden der Bundespressekonferenz, Gregor Mayntz, ergab das politische Debakel eine durchaus positive Perspektive für den Ball: „Es gibt verstärkten Gesprächsbedarf.“ Trocken fügte er hinzu: „Man darf aber auch tanzen.“ Politische Insider hielten dagegen, dass so ein All-Inclusive-Ball mit unendlichem Nachschub an guten geistigen Getränken gerade in dieser Situation natürlich eigene Gefahren birgt. Was man einmal verplappert hat, bleibt in der Welt. Champagner und Wein flossen trotzdem fröhlich von Anfang an.

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und Frau Elke Büdenbender, die zum ersten Mal in der neuen Funktion den Ball besuchten, saßen beim Dinner unter anderem mit „Tatort“-Kommissar Miroslav Nemec und dessen Frau Katrin zusammen, Elke Büdenbender, sonst ein Fan der Farbe Blau, hatte zu diesem Anlass ein elegant aufregendes Ensemble in Fuchsia-Varianten gewählt. Dass die beiden tatsächlich gekommen sind, hat Gregor Mayntz angesichts der derzeitigen politischen Situation besonders gefreut. Schließlich spiele der Bundespräsident gerade in Krisenzeiten, in Zeiten des Machtvakuums, eine besondere Rolle, die weit über das protokollarisch Repräsentative, für das er sonst oft steht, hinausgehe.

Die Band Noble Composition, die Lounge Society, DJ Chris Bekker sowie die Sänger Tatjana Henze und Daniel Mandolini und die Oberbaum Soulband brachten das ehrwürdige Adlon in dieser Nacht auf allen Ebenen zum Klingen.

Claudia Roth trug ein dunkelrotes Paillettenkleid, das Kommentare nur so sprudeln ließ. „Das wahre Rot“, parierte sie lachend. Auch der Bundesvorsitzende der Grünen, Cem Özdemir, Schauspielerin Jasmin Tabatabai, Designerin Jette Joop in eigener Kreation und der Vorsitzende des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland, Heinrich Bedford-Strohm, flanierten und parlierten. Von der AfD hatte nach einigem Hin und Her nur der Pressesprecher zugesagt.

Die Teenie-Kult-Band „Die Lochis“, waren als Erstwähler ganz aufrichtig auf die politischen Gespräche gespannt. „Wir sind ja eine andere Generation und haben vielleicht auch ganz neue Anregungen.“

Angela Wefers, Vorstandsmitglied der Bundespressekonferenz, freute sich über ausgesprochen rosige Zukunftsperspektiven: „Nach schwierigen Jahren sind wir gut aufgestellt.“ Es hätten sich mehr Partner gefunden als beim letzten Mal. Die brachten nicht nur Geld. Das Daimler-Streichorchester brachte zu Beginn souverän beschwingte Stimmung in die Lobby. Unter die 2300 Ballbesucher mischten sich auch 250 Hotelgäste. Das ganze Haus wurde einbezogen in den Ball.

Zwei-Sterne-Koch Hendrik Otto vom „Lorenz Adlon Esszimmer“ hatte für 300 geladene Gäste im Palaissaal ein Drei-Gänge-Menü vorbereitet aus einer asiatisch angehauchten Suppe vom Muskatkürbis, Rindertournedos mit Petersiliencreme und Buchteln mit Vanillesauce und Aprikosenkompott. Für die Flaneure hatte Executive Sous Chef Stephan Eberhard an 14 Stationen rund 40 kulinarische Perspektiven entwickelt, hippe hawaiianische Poké Bowls mit Lachs etwa, Beef Wellington klassisch und modern, edle Adlon Döners und natürlich den Mitternachtshit Currywurst, 320 kg mit 120 Litern Sauce. Den ersten Hunger stillten zudem 3000 frische Austern.

Mit dem Preis der Bundespressekonferenz wurde in diesem Jahr Kristina Dunz von der „Rheinischen Post“ ausgezeichnet. Die Korrespondentin habe im März im Weißen Haus in Washington ein weltweites Publikum auf die Vorzüge des Prinzips der Bundespressekonferenz aufmerksam gemacht, wonach nicht Politiker bestimmen, wer sie befragen darf, sondern die Journalisten das selbst entscheiden, hieß es in der Begründung. Sie erhalte den Preis auch als Zeichen der Solidarität mit den vielen Journalisten in immer mehr Ländern, in denen Politiker Journalisten ausgrenzen, ausschalten und diffamieren, statt sich einfach ihren Fragen zu stellen.

Zur offiziellen Ball-Eröffnung tanzte der Gastgeber erstmals mit Elke Büdenbender, während Frank-Walter Steinmeier dessen Frau Sonja Mayntz im Ballsaal aufs Parkett führte. Die Musik für den Eröffnungstanz hätte besser nicht passen können: „Que sera sera…“

25.11.2017 Deutsche Welle
Plaudern, tanzen, schlemmen - Bundespresseball geht in die 66. Runde

"Perspektiven" lautete das Motto, unter dem beim diesjährigen Bundespresseball mehr als 2000 Gäste in Berlin zusammenkamen. Zum ersten Mal tanzte Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier den Eröffnungswalzer.

25.11.2017 Berliner Morgenpost; Autor: Maria Bidian; Foto: Sven Darmer (4 / DAVIDS), Ralf Hirschberger (2/DPA), Goljewski (Eventpress)
Feiern in turbulenten Zeiten

Polit-Prominenz gibt sich beim 66. Bundespresseball die Ehre - zum dritten Mal im Hotel ,,Adlon”

Streichmusik und Technoklänge, Austern und Dürüm, Politik und Walzer – beim 66. Bundespresseball am Freitagabend im ,,Adlon Kempinski” sollten sich die Gegensätze vereinen. Während die Männer unter den 2300 Gästen auf den klassischen schwarzen Smoking mit Fliege setzten, dominierte bei den Frauen das lange rote Kleid. Gewohnt extravagant kam Claudia Roth im pinkfarbenen Paillettenkleid. Sie müsse nach den anstrengenden letzten Wochen erst einmal wieder zu sich finden und freue sich sehr auf den Abend, so die Grünen-Politikerin. Während CDU-Chefin Angela Merkel und SPD-Chef Martin Schulz lieber auf den Ball verzichteten, wollten sich Linke-Parteivorsitzende Katja Kipping und Grünen-Chef Cem Özdemir die Veranstaltung unter dem Motto „Perspektiven” nicht entgehen lassen. Aber auch Nicht-Politiker freuten sich auf eine lange Nacht mit politischen Gesprächen. „Nach den gescheiterten Sondierungsgesprächen kommt man um das Thema Politik nicht mehr herum”, so Schauspielerin Uschi Glas. Sie glaube, dass die allgemeine Unruhe auch die Stimmung des Abends trüben werde. Das Tanzen wolle sie sich aber trotzdem nicht nehmen lassen. Auch Guido Maria Kretschmer bedauerte die Kompromisslosigkeit der politischen Parteien. „Wir müssen zusammenhalten und eben manchmal auch Kompromisse eingehen”, so der Designer.

Zum ersten Mal dabei war Devid Striesow. Er habe am vergangenen Abend noch selbst auf der Bühne gestanden und freue sich sehr, dieses Jahr einmal an dem Ball teilnehmen zu können, so der Schauspieler, der im schwarzen Samtjackett gekommen war. Auch die „Lochis”, Heiko und Roman Lochmann, waren zum ersten Mal dabei. Sie fühlten sich sehr geehrt, so die YouTuber. „Politik ist für uns dieses Jahr besonders wichtig geworden, jetzt sind wir 18 und dürfen wählen”, so die Zwillingsbrüder.

Nachdem weitere Prominente wie die Schauspieler Christine Neubauer, Jasmin Tabatabai und Miroslav Nemec eingetroffen waren, durfte Frank-Walter Steinmeier als Bundespräsident zum ersten Mal zusammen mit seiner Ehefrau Elke Büdenbender den Ball mit dem ersten Tanz eröffnen.

 

 

24.11.2017 Deutsche Welle
Bundeswirtschaftsministerin Brigitte Zypries interviewt den Tagesspiegel-Chef Stephan-Andreas Casdorff auf dem Bundespresseball.

Was passiert, wenn Journalisten und Politiker die Rollen tauschen? Im Falle von SPD-Politikerin Zypries heißt es aufpassen, dass der Chefredakteur und Politprofi Stephan-Andreas Casdorff den Spieß nicht wieder umdreht…

24.11.2017 Deutsche Welle
Rollentausch auf dem Bundespresseball 2017

Politiker fragen. Journalisten antworten. Bundestagsvize Wolfgang Kubicki interviewt Tina Hassel, Leiterin ARD-Hauptstadtstudio. Jamaika, Berlin, Titanic - was der FDP-Spitzenpolitiker schon immer von der Journalistin und Politikexpertin wissen wollte…

24.11.2017 Deutsche Welle
Tatort Adlon.

Beim Bundespresseball in Berlin schlüpft Schauspieler Miroslav Nemec in die Rolle des Journalisten und fühlt Bunte-Chef Robert Pölzer auf den Zahn. Wie viel Spaß macht Ausfragen? Wie viel Neugier darf sein?

24.11.2017 Der Tagesspiegel; Fotografen: Thilo Rückeis, Mike Wolff, Kai-Uwe Heinrich (3x Tagesspiegel) Ralf Hirschberger (dpa), Sven Darmer (Davids),
Die Hauptstadt tanzt

Finden Sie hier ein paar Eindrücke vom Ballgeschehen 2017 aus dem Onlineportal des Tagesspiegel.

24.11.2017 Deutsche Welle
Katja Kipping im Gespräch mit Beat Balzli

Katja Kipping, Vorsitzende der Partei "Die Linke" und Beat Balzli, Chefredakteur der WirtschaftsWoche, haben mehr Gemeinsamkeiten als Ihr denkt. Ein Gespräch über Fotografie, Game of Thrones und Teamwork.

24.11.2017 Deutsche Welle
Claudia Roth im Duell mit Michael Bröcker

Kann eine redegewandte Politikerin präzise und originelle Fragen stellen und gut zuhören? Wir machen den Test. Auf dem Bundespresseball 2017 interviewt Bundestagsvizepräsidentin Claudia Roth von den Grünen Michael Bröcker, Chefredakteur der Rheinischen Post (RP ONLINE).

24.11.2017 Deutsche Welle
Shopping Queen-Juror trifft Goldkind.

Beim Bundespresseball 2017 im Berliner Hotel Adlon geht Modedesigner und Multitalent Guido Maria Kretschmer unter die Journalisten – und interviewt Euromaxx-Moderatorin Meike Krüger. Ein Schlagabtausch über Stil, Fake News und Currywurst.

23.11.2017 Berliner Morgenpost; S. 28, Autor: ris / Foto: Jörg Krauthöfer
Bundespresseball geht in die 66. Saison

Die Vorbereitungen für den 66. Bundespresseball am 24. November im ,,Hotel Adlon Kempinski” laufen auf Hochtouren. Die Zahl habe eine besondere Bedeutung,sagte Gregor Mayntz, Vorsitzender der Bundespressekonferenz, bei der Vorstellung des Programmes und zog Parallelen zu dem Udo-Jürgens-Song: Dem Ball gehe es bereits im Vorfeld so gut wie nie zuvor. Unter den 2300 Gäste sind neben Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und Vertretern aus Politik und Wirtschaft auch prominente Gesichter: darunter die Schauspieler Devid Striesow und Henry Hübchen sowie die ,,Tatort”-Kommissare Miroslav Nemec und Udo Wachtveitl.

23.11.2017 Berliner Zeitung, S. 14, Autor: Andreas Kurtz / Foto: Christian Schulz
Nicht in die Falle getappt

Wolfgang Kubicki und Frank-Walter Steinmeier essen zusammen mit TV-Prominenten Kürbisrahmsuppe und Rinderfilet im Hotel Adlon.


WOLFGANG KUBICKI wird am Freitagabend in einem höchstwahrscheinlich mustergültig frischen Hemd ins Adlon gehen und dort mit Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier Kürbisrahmsuppe, Rinderfilet und Buchteln essen. Was nach einem raffinierten Plan des Staatsoberhaupts klingt, die FDP mit Mitteln der Sterneküche doch noch in die staatspolitische Verantwortung zu locken, ist in Wahrheit kein lauschiges Dinner in einem unbeobachteten Nebenraum, sondern eine Speisung von 300 Gästen im Palais-Saal des Luxushotels. Und die gehört traditionell zum Bundespresseball. Bundestagsvizepräsident Kubicki hatte schon vor dem Scheitern der Jamaika-Sondierungen zugesagt. Sein Parteichef Christian Lindner konnte sich zu so einer Zusage nicht durchringen. Von der amtierenden Bundesregierung wollen die Ressortchefs für Gesundheit, Entwicklung, Landwirtschaft und Wirtschaft, Hermann Grohe, Gerd Müller, Christian Schmidt und Brigitte Zypries dabei sein, wenn am Freitag den 66. Bundespresseball gefeiert wird.

GREGOR MAYNTZ gilt in seiner Funktion als Vorsitzender der veranstaltenden Bundespressekonferenz als Gastgeber des Balls, was ihm den Eröffnungstanz mit First Lady Elke Büdenbender und seiner Frau Sonja den mit dem Bundespräsidenten einbringt. Mayntz freut sich, dass er bei der Vorbereitung des Balls nicht in die Aktualitätenfalle getappt ist.
Nachdem alle Zeichen auf Jamaika Koalition standen, hätte man sich ja auch für ein entsprechendes Ballmotto und die damit verbundene Dekoration entscheiden können. Und würde in diesem Falle jetzt ziemlich dämlich dastehen. Die alten Füchse aus dem Vorstand der Bundespressekonferenz und aus dem Ballbüro entschieden sich allerdings für das alles offen haltende Motto ,,Perspektiven” und müssen nun nicht hektisch reparieren. Gregor Mayntz: ,,Nur die Redaktion des
Ball-Almanachs hat ein Einlegeblatt produziert, mit dem auf die aktuellen Entwicklungen reagiert wird. Er freut sich darüber, dass es für den Smalltalk bei diesem Ball keinen Mangel an Themen geben wird. Im Gegenteil: ,,lch glaube, es gibt einen gesteigerten Gesprächsbedarf.”

Von der AfD gibt es in diesem Jahr – bis auf die Anmeldung eines Pressesprechers –keine Zusagen zum Ball: „Jeder Abgeordnete des neuen Bundestages hat eine Einladung bekommen. Wir sind die Bundespressekonferenz. Für uns ist jedes Mitglied und jeder Ballgast gleich wichtig. Auch von der AfD-Aussteigerin Frauke Petry, die schon mal zu Gast war, gab es diesmal keine Zusage.

Früher wurde das Einladen bunter Promis abgelehnt, diesmal stehen die Schauspieler Henry Hübchen, Devid Striesow, Jasmin Tabatabai und UschiGlas ebenso auf der Gästeliste wie die Münchner ,,Tatort” Ermittler Miroslav Nemec und Udo Wachtveitl, Modedesigner Guido Maria Kretschmer und die Online Phänomene die Lochis.

ANGELA WEFERS freut sich als Geschäftsführerin des Balls, dass es um die Veranstaltung so gut steht wie seit Jahren nicht mehr. Es hätten viel mehr Karten verkauft werden können, aber bei 2300 Gästen wurde die Grenze gesetzt. Es gibt
auch wieder mehr Sponsoren. Bei der Frage nach der Sicherheit kann sie keinen zusätzlichen Handlungsbedarf erkennen: ,,Wir haben immer Sicherheitsstufe I, weil der Bundespräsident da ist. Das lässt sich nicht mehr steigern.

23.11.2017
Vorbericht

Stimmen Sie sich heute schon auf morgen ein

05.11.2017 Der Tagesspiegel
Freiheit braucht Pressefreiheit

Anzeige der Bundespressekonferenz e.V. und der Bundespresseball GmbH


Die Bundespressekonferenz ist gelebte Pressefreiheit in Deutschland. Wir feiern sie jedes Jahr beim Bundespresseball. Wir fragen, was uns wichtig ist, und nicht, was Politiker gefragt werden wollen.

Mit dem Preis der Bundespressekonferenz erinnern wir in diesem Jahr auch an die Kollegen weltweit, die verleumdet und verfolgt werden.

25.11.2016 Video-Quelle: Photothek; Reporter Jascha Habeck
Der Bundespresseball 2016

Ein Abend im Hotel Adlon Kempinski

26.11.2016 Berliner Zeitung, S. 12, Autor: Andreas Kurtz; Foto: Christian Schulz
Flotte Tänzer

Gute Tradition: Joachim Gauck und seine Lebensgefährtin Daniela Schadt eröffneten den Bundespresseball im Hotel Adlon mit mehr als 2 000 Gästen aus Medien, Politik und Wirtschaft.

USCHI GLAS wurde aus Nostalgie eingeladen. Den Organisatoren des 65. Bundespresseballs am Freitagabend im Hotel Adlon war ein Foto aus dem Jahr 1969 in die Hände gefallen, auf dem die Münchener Schauspielerin mit dem damaligen Oppositionsführer Rainer Barzel auf dem Bundespresseball in Bonn tanzt. Zum halbrunden Jubiläum – so eine richtige Jubiläumszahl ist die 65 ja nicht — bekam die Schauspielerin also eine der raren Ehrenkarten. Sie erinnert sich noch gut an den Tanzstil Barzels: ,,Der war ganz flott unterwegs. Genscher war auch ein sehr guter Tänzer.” Gleich hinter dem Eingang passierte Uschi Glas der Albtraum vieler Frauen. Sie begegnete der PR-Dame Jenny Gsell in einer exakten Kopie ihres Ballkleides. Beide entschieden sich spontan, ihren Doppeltes-Lottchen-Auftritt mit Humor zu nehmen und posierten lachend für gemeinsame Fotos. Sie waren dann auch nicht die einzigen Ballbesucherinnen, denen ihr Kleid über den Weg lief. Auch Model Franziska Knuppe und Bundestagsvizepräsidentin Claudia Roth bewiesen einen gleich guten Geschmack.

MANUELA SCHWESIG traute sich als einziges SPD-Kabinettsmitglied auf den Bundespresseball und ging offensiv selbstbewusst damit um: ,,Finden Sie nicht, dass ich die SPD hier gut vertrete?” Ihre Ministerkollegen von der Union kamen gleich zu viert. Alexander Dobrindt (Verkehr), Hermann Gröhe (Gesundheit), Thomas de Maizière (Inneres) und Christian Schmidt (Landwirtschaft) strahlten größten Amüsierwillen aus. Vielleicht bis auf de Maizière, bei dem man in so einem Fall den Notarztwagen rufen würde. Gesundheits-Gröhe wollte seine tänzerischen Fähigkeiten nicht selbst loben und verwies stattdessen auf seine langjährigen Verdienste: ,,Ich tanze mit meiner Frau seit über 25 Jahren auf Bällen.” Dietmar Bartsch, der Fraktionschef der Linken, erklärte in überzeugendem Ton: ,,Ich kann sehr gut tanzen.” Wozu seine Begleiterin allerdings deutlich erkennbar den Kopf schüttelte. Es bleiben also Zweifel. Die Kanzlerin blieb ihrer Linie — getanzt wird von den anderen — treu und dem Ball fern.

ROLF-DIETER KRAUSE bekam auf dem Bundespresseball vor dem ersten Tanz des Abends den Preis der Bundespressekonferenz. Der populäre Fernsehjournalist leitete von 2001 bis zum Eintritt ins Rentenalter vor einem halben Jahr das ARD Studio in Brüssel. Er freute sich über die Auszeichnung: ,,Wenn so einem alten Zausel am Ende des Berufslebens so eine Ehrung von Kollegen zuteil wird, dann ist das schon etwas Besonderes.” Er erinnerte daran, dass es um die Pressefreiheit in Ländern wie Polen und Ungarn gerade nicht gut steht. Krause ist als Rentner vor drei Monaten nach Berlin gezogen. Weil er allerdings noch nicht im Ruhestand angekommen und ein gefragter Vortragsredner und Gast in Fernsehsendungen ist, sind viele Umzugskisten noch nicht ausgepackt. ,,Aber ich habe es zumindest schon geschafft, ein wenig meiner neuen Leidenschaft zu frönen: Ich konnte Berlin schon mitdem Motorrad erkunden.”

CLAUDIA ROTH vermisste auf dem Ball Freunde, die nicht dabei sein konnten, weil sie in der Türkei im Gefängnis sitzen: ,,Wir sollten daran denken, was es bedeutet, 65 Jahre Pressefreiheit zu haben.” Sie erinnerte daran, dass dieser Jubiläumsball der letzte mit dem Bundespräsidenten Joachim Gauck sein würde: ,,Ich finde, er hat sehr gut getanzt.” Dass sie sich die Tanzfläche 2016 nicht mit AfD-Frontfrau Frauke Petry, die diesmal keine Einladung bekommen hatte, teilen musste, gefiel der Bundestagsvizepräsidentin: ,,Das finde ich gut! Voriges Jahr war sie auf dem Ball und hat am nächsten Tag in Hannover auf die Pinocchio-Presse geschimpft. Warum sollte man jemanden einladen, der einen demütigt?”

26.11.2016 Berliner Morgenpost, S. 24, Autor: Sören Kittel; Fotos: Krumm(2) / Carstensen (4) beide dpa; API (1)
Bundespresseball feiert großen 65. Geburtstag

Rund 2300 Gäste aus Politik, Wirtschaft und Medien feiern im "Adlon" - Vertreter der AfD waren zu dem Fest nicht eingeladen

Wenn Bundestags-Vizepräsidentin Claudia Roth (Grüne) und das Model Franziska Knuppe einander gegenüberstehen und fröhlich bemerken, dass sie fast das gleiche Kleid tragen, dann muss in Berlin Bundespresseball sein. Wie entspannt, lässig und glamourös zugleich gefeiert werden kann, das zeigten im Adlon die 2300 geladenen Politiker, Schauspieler, Sportler, Manager — und die vielen Journalisten der Hauptstadt. Alle sahen fantastisch aus, fast zu dunkel und gedeckt im Durchschnitt vielleicht, das gilt vor allem für die Damen.

Man freute sich über jede mutige bunte Kleiderwahl: Andrea Nahles (SPD) kam in glänzendem Beige und die Lebensgefährtin des Bundespräsidenten, Daniela Schadt, in Rot. Die Schlange bei den Austern war zwar lang (15 Minuten!), die Speisen von Tim Raue im Untergeschoss waren zum Nach-Hause Telefonieren gut gelungen und die Live-Musik im großen Ballsaal belebte mit sanfter Stimme die Berlinerin Hildegard Knef wieder. Das Adlon war an diesem Abend der beste Ort der ganzen Stadt. Und es muss nicht immer so steif sein: Regierungssprecher Steffen Seibert und seine Frau Sophia, locker plauderten sie mit Hauptstadtkorrespondenten über politische Themen. Der Regierende Bürgermeister Michael Müller (SPD) tat es in diesem Jahr wie Kanzlerin Angela Merkel (CDU), blieb dem Ball fern.
Im großen Ballsaal waren wie üblich die 25 Tische in vier langen Reihen angeordnet. Der Chef der Bundespressekonferenz, Gregor Mayntz, eröffnet den Ball. Das Menü war regional und saisonal gehalten: Braisierter Rinderbug in Rotwein geschmort mit glasierten Schalotten und Nederauer Kartoffeln. Zum Nachtisch: gefrorener Joghurt, weii3e Schokolade, Creme von Ananas und Estragon. Den ersten Tanz des Abends im Hotel Adlon am Brandenburger Tor absolviert Bundespräsident Joachim Gauck. Fünf Bundesminister, darunter Thomas de Maizière (CDU) und Manuela Schwesig (SPD), waren ebenfalls unter den Ehrengasten. Nicht eingeladen wurden AfD-Politiker. Die Veranstalter vom Verein der Bundespressekonferenz, dem Zusammenschluss der Hauptstadt-Journalisten, gaben keine Gründe dafür an. Doch von den Gästen äußerten viele Zustimmung: ,,Wer Journalisten als Lügenpresse bezeichnet”, sagte Manuela Schwesig, ,,muss sich nicht wundern, wenn er hier nicht mitfeiern darf, auch Journalisten haben Respekt verdient.” Peter Frey, ZDF-Chefredakteur, gab sich zurückhaltender: ,,Ich weiß nicht, ob ein Ball der richtige Zeitpunkt für solch eine Aktion ist.”

Den Preis der Bundespressekonferenz 2016 erhielt Rolf-Dieter Krause, Ex-Leiter des ARD-Studios in Brüssel, ein Experte für die Europäische Union. Ein gutes Zeichen in Zeiten der großen EU-Skeptiker. ,,Dem unbestechlichen und klaren Krause”, sagte Mayntz über Krause und zitierte einen seiner Arbeitsgrundsätze: ,,Die Fakten müssen stimmen.” Krause hielt eine kurze Dankesrede, in der er seine Kollegen erwähnte.
Dann: ,,Ich habe in vielen unfreien Ländern gelebt”, sagte Krause, ,,deshalb sollten wir ab und zu dankbar für die Freiheit sein, in der wir leben.” Anschließend eröffnete Gauck den Ball – mit dem Walzer Nr.2 von Schostakowitsch.

26.11.2016 Berliner Kurier, S. 15, Autor: Karim Mahmoud; Fotos: dpa
65. Bundespresseball - Das Abschiedstänzchen des Bundespräsidenten

Gaucks letzter Walzer als Staatsoberhaupt. Aber Hingucker war Jette Joop

Claudia Roth (Grüne) erschien im roten Kleid, Bundespräsident Joachim Gauck – eben noch krank gewesen – federte schon wieder wie ein junger Hüpfer über den kurzen roten Teppich und eine ausgeladene AfD twitterte höhnisch ein altes Ballfoto mit Erich und Margot Honecker. Herbstzeit ist Ballzeit und der Bundespresseball ist das Topereignis des Berliner Veranstaltungskalenders. Motto der 65. exklusiven Tanzparty im Hotel Adlon Kempinski: Rückblick und Zeitreise. Entsprechend 5Oer und 60er-Jahre-mäßig war das Musikprogramm angehaucht.

Tickets gab’s für 350 Euro (Flaneure) und für 650 Euro, wenn man am Tisch sitzen wollte. Punkt 21.15 Uhr legte Gauck ein flottes Söhlchen aufs Parkett – sein Abschiedsgeschenk an den Gastgeber, die Bundespressekonferenz. Er war zum letzten Mal als Staatsoberhaupt dabei.

Unter den feierwütigen Gästen auch Bundesminister wie Thomas de Maizière (CDU) und Manuela Schwesig (SPD, ,,Ich freue mich auf einen schönen Bundespresseball”). Außerdem Uschi Glas, Veronica Ferres mit Carsten Maschmeyer und Sänger Rea Garvey als Vertreter der bunten Fraktion. Und, zum ersten Mal, jede Menge Hipster mit Vollbart! Den Wow-Ausschnitt der Nacht hatte eindeutig Jette Joop. Den schönsten Rücken und das strahlendste Lächeln SPD-Generalsekretärin Katarina Barley. Es war ihr erstes Mal beim Bundespresseball. Sie zum KURIER: ,,Ich hätte gern mit Dietmar Bartsch getanzt, aber der sagte, er sei nicht so der große Tänzer.” Schade!

Die Büffetstrecke war ein Bilderbuch für sich: Auf die gut 2300 äußerst hungrigen Mäuler warteten u.a. 2300 Austern, 200 Kilo Fisch, 1,5 Kilo Kaviar, 1800 Flaschen Schampus und 1500 Liter Bier. Größter Futter-Gag des Abends: eine ,,Berliner Mauer” aus ,,Kaltem Hund”.

27.11.2016 Berliner Morgenpost, S. 13, Autorin: Rita Schulze; Foto: Wolfgang Kumm, dpa
Walzer und Rock ´n´ Roll

Die 2300 Gäste des Bundespresseballs konnten auf eine musikalische Zeitreise gehen

Mit gleich zwei doppelten Lottchen konnte der 65. Bundespresseball aufwarten, der nach dem großen Erfolg des Vorjahres wieder im Hotel „Adlon” am Pariser Platz stattfand: Schauspielerin Uschi Glas, die schon 1969 auf dem Bundespresseball tanzte und PR-Frau Jenny Dreyer-Gsell wählten das gleiche Ballkleid aus der Kollektion von Gabriele Blachnik. Bei Model Franziska Knuppe und Bundestags-Vizeprasidentin Claudia Roth war der Kleiderstoff — ein durchbrochenes Blumenmuster in Rot von Talbot Runhof – identisch.
Doch bei mehr als 2300 Gästen, die durch die zahlreichen Räume und Gänge des Hotels flanierten, war die Gefahr, sich ständig über den Weg zu laufen, nicht sonderlich groß. Dafür konnte man zwischen zahlreichen Vertretern aus Wirtschaft, Politik und Medien auch den einen oder anderen Prominenten treffen – unter anderem Ex-Fußball-Nationalspieler Arne Friedrich, Sänger Rea Garvey oder Designerin Jette Joop. Während ihr Mann Carsten Maschmeyer Kurzinterviews gab, half Schauspielerin Veronica Ferres einem Servicemitarbeiter beim Tragen von Pizza-Tellern.

Die Küchenchefs des Hotels ,,Adlon” hatten vorgesorgt, damit auch beim diesjährigen Bundespresseball keiner hungrig oder durstig bleiben musste: An zahlreichen Foodstationen von der Lobby durch die Wandelgänge entlang der Wintergärten hinauf auf die Bel Etage konnten sie auf kulinarische Reise gehen: Im Kaminzimmer gab es frisch gebackene Pizza, im Ballsaal wurde Deftiges wie Kartoffel-Erbsensuppe, Brandenburger Rind oder frisch angemachtes Tatar auf Schusterjungen gereicht. Die längsten Schlangen bildeten sich aber an den beiden Austern Bars und bei den Sushi-Spezialitäten von Mr. Hai im Palaissaal-Foyer. Für den süßen Zahn gab es handgemachte filigrane Blüten-Lollis und Zuckerstangen, im Großen Wintergarten konnte bei der ,,Dessert Vernissage” direkt von der Tischplatte gelöffelt werden: ,,Endlich mal so essen, wie man zu Hause nicht darf”, freute sich da eine Besucherin. Zudem gab es süße ,,Berliner-Mauer”-Stücke aus Kaltem Hund sowie Spluffins, eine Mischung aus Splitterbrötchen und Muffins. An Getränken wurden mehr als 2 000 Flaschen Rot- und Weißweine, 1 800 Flaschen Sekt und Champagner, 1500 Liter Bier und immerhin 2600 Flaschen Mineralwasser geliefert.

Noch bevor der scheidende Bundespräsident Joachim Gauck den Ball im Ballsaal zu den Klängen des Oberbaum Orchester Berlin letztmalig mit einem Wiener Walzer offiziell eröffnet hatte, wurde in der Lobby schon getanzt. Und danach erst recht: Bel der musikalischen Zeitreise, die zum 65. Jubiläum des Balls angekündigt war, heizten dort die Berlin Rock ‘n’ Rollers den Gästen ein. Vintage Vegas, eine Band aus drei Ex-,,Popstars”-Kandidaten, und die Beats von DJ Chris Bekker brachten die Besucher der Mercedes-Benz Lounge zum Tanzen. Die Ladies holten den Swing der 50er und 60er ins Jahr 2016, und das Gitarren-Duo Erik und Markus spielte im Restaurant ,,Sra Bua by Tim Raue” auf.

28.11.2016 Frankfurter Neue Presse, S. 8, Autor: Andreas Rabenstein (dpa); Foto: dpa
Gaucks letzter Tanz

Viel Glamour und ein gesundheitlich angeschlagenes Staatsoberhaupt beim Bundespresseball

Die nicht eingeladene AfD und Joachim Gaucks Gesundheit waren schon vor Beginn des 65. Bundespresseballs erste Themen in der Hauptstadt. Abends ging es dann auch noch um schlafende Babys.

Bundespräsident Joachim Gauck wirkte noch etwas erschöpft. Am Donnerstag hatte er wegen eines Infekts alle Termine absagen lassen, doch am Freitag bestimmte wieder der Terminkalender den Tag. Und dazu gehörte auch der Besuch des abendlichen Bundespresseballs im Berliner Hotel Adlon; der erste Walzer des Abends inklusive. Zur Frage nach der Gesundheit sagte er kurz nach der Ankunft gut gelaunt: ,,Ich bin ganz gut wieder drauf, also es wird schon gehen mit dem Tanzen.” Und dann ging es auch schon durch die Menge der Gäste aus Medien, Wirtschaft und Politik zum Dinnersaal. Gauck und seine Lebensgefährtin Daniela Schadt posierten geduldig für die Fotografen mit Innenminister Thomas de Maizière (CDU) und der Schauspielerin Uschi Glas. Dem Blitzlichtgewitter um Veronica Ferres und Carsten Maschmeyer, der am Donnerstag noch als Zeuge vor einem Untersuchungsausschuss in Berlin zu sogenannten ,,Cum-Ex”-Geschäften ausgesagt hatte, entkamen sie knapp.

Mehr als 2000 Gäste feierten am Freitagabend im Adlon am Brandenburger Tor. Der 65. Ball stand unter dem Motto Rückblick und Zeitreise und erinnerte an die Pressebälle seit den 50er Jahren in Bonn, Bad Neuenahr und Berlin. Rock’n’Roll, Swing, Disco und moderner Rock wurden in diversen Räumen der ersten beiden Etagen
des Adlons gespielt — Techno ließ man angesichts von Abendkleidern und Smokings wohlweislich weg.
Eines der Themen am Roten Teppich war die AfD, die anders als im vergangenen Jahr von den Veranstaltern, den Hauptstadtjournalisten der Bundespressekonferenz, nicht eingeladen war. ,,Absolut richtig”, sagte Bundestagsvizepräsidentin Claudia Roth (Grüne). ,,Das ist ein Fest der Journalisten. Und wer unsere freie Presse dermaßen beschimpft, muss eben draußen bleiben.”

Bouffier mit Ehefrau

Der Ex-Fußballer Arne Friedrich, der inzwischen im Marketing unterwegs ist, posierte vor den Fotografen wie ein Bodybuilder. Verkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) kam im dunkelblau schimmernden Anzug mit Krawatte. Gesundheitsminister Hermann Gröhe und Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier (beide CDU) waren mit ihren Ehefrauen da.
Modern, pragmatisch und feierfreudig argumentierte eine der wenigen SPD-Vertreterinnen. Familienministerin Manuela Schwesig trug ein schwarzes Kleid, in der oberen Hälfte mit Pailletten besetzt (,,Ich hatte wenig Zeit, bin rein ins Kaufhaus, gekauft, und wieder raus”). Im vergangenen Jahr kam sie noch schwanger mit Babybauch, nun sagte sie: ,,Ich hoffe, das alles gut klappt und dass unsere kleine Julia oben gut schläft.” Das acht Monate alte Baby schlief ein paar Etagen über den Feiernden in einem der Hotelzimmer. Der große Bruder (9) passt auf und ruft uns an, wenn was ist.”

Überhaupt kam der Ball trotz der gediegenen Hotelatmosphäre recht locker rüber. Tätowierungen waren auf dem Roten Teppich keine völlige Seltenheit mehr, und auch manche Köche an der Austernbar hatten Tattoos bis zum Handgelenk — in Berliner Szene Restaurants schon seit längerem unabdingbar für die Küchenbesetzung.

Für Gesprächsstoff — auch am Tag danach noch im Internet – sorgten zwei ,,doppelte Lottchen”: Grünen-Politikerin Claudia Roth trug das gleiche auffällige rote Kleid wie Model Franziska Knuppe, nur deutlich wallender. Und Uschi Glas kam in der gleichen silber-schwarzen Robe wie eine andere feiernde Dame.

Das Essen war sowohl beim Menü wie an den Büfetts zum Teil ,,saisonal und regional” — ganz nach der aktuellen Gastro-Mode. Rind, Wild und Gemüse aus Brandenburg, Fisch aus der Ostsee. Für andere Geschmäcker gab es Sushi und Meeresfrüchte.

Anflug von Wehmut

Den ersten Tanz des Abends absolvierte Gauck trotz des Infekts souverän. Es hat Spaß gemacht wie immer”, sagte er. ,,Und der letzte Walzer war dann doch — ja mit einem kleinen Anflug von Wehmut, denn sonst spür’ ich die noch nicht, weil ich zu viel zu tun habe, aber diesmal war’s dann doch so”, sagte der Bundespräsident. Im nächsten Jahr wird voraussichtlich Frank-Walter Steinmeier als Gaucks Nachfolger diesen Eröffnungswalzer übernehmen.
Bis in die frühen Morgenstunden hielten es die letzten der Gäste im Adlon aus. Unter einigen Tischen standen zu der Zeit schon Damenschuhe, auf der Tanzfläche war es barfuß bequemer. Gewundert hatten sich manche im Lauf des Abends nur über neue Einlassregelungen, bei denen jeder Gast ein graues Bändchen um das Handgelenk erhielt. ,,Sind wir jetzt im Robinson Club?”, beschwerten sich einige Besucher – wurden das reißfeste Band aber trotzdem nicht los.

1.12.2016 BUNTE, S. 36/37; Autoren: Katrin Sachse & Daniel Funke; Fotos: Paul Schirnhofer (BUNTE)(2); Wolfgann Kumm (dpa)(Großes Bild); Michael Tinnefeld (API) (5)
Der LETZTE TANZ des Präsidenten

BUNDESPRESSEBALL BERLIN Das Orchester spielte noch einmal für Bundespräsident JOACHIM GAUCK und First Lady DANIELA SCHADT - 2300 Gäste feierten ein rauschendes Fest

Video-Quelle: Rennsteig.TV / Produktion: setONE
Der Abend des 65. Bundespresseballs
1.12.2016 GALA; Fotos: Georg Chlebarov (Vistapress(2)) / Manfred Neugebauer (Brauer Photos) / Michael Tinnefeld (API) / Dr. Stefan Krempl (Starpress; WENN(je 1))
Berlin. Gemischte Doppel
So eine Situation kann man nur mit Humor retten: Beim 65. Bundespresseball im ,,Hotel Adlon” gab’s gleich zwei Mode-Malheurs: Zwillingspärchen Nr. 1: Uschi Glas und PR-Lady Jenny Gsell. Beide trugen das gleiche Kleid von Gabriele Blachnik. Ihre Reaktion auf den Doppelte-Lottchen-Auftritt: Sie nahmen sich lachend in die Arme!

Pärchen Nr. 2: Bundestags-Vize Claudia Roth und Franziska Knuppe. Wie kann so ein Mode-GAU eigentlich passieren? Das Model zu GALA: ,,Ganz einfach: Ich leihe mir immer Kleider, Politiker dürfen das nicht und kaufen sie sich. Deshalb weiß der Designer nicht, wer seine Kleider alles trägt. Aber ich habe damit kein Problem.” Warum auch? Jede Frau sah auf ihre Weise super aus.